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Geschichte

22.11.2017 11:05 (UTC)
   
 
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 GESCHICHTE
 WICHTIGE DATEN UND FAKTEN


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Seine Unabhängigkeit musste Litauen in der jüngeren Geschichte zweimal erringen: Im Jahr 1795 wurde Litauen von Russland eingenommen; diese Besetzung dauerte über 120 Jahre. Zwar erlangte der Staat 1918 erneut die Unabhängigkeit, wurde aber später ein Opfer des Hitler-Stalin Paktes mit der Folge der Eingliederung in die Sowjet- Union. Erst seit dem 11. März 1990 ist Litauen eine selbstständige Republik. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Litauen (wie alle baltischen Staaten) von der Sowjetunion besetzt und es folgte eine Zeit der Unterdrückung. Diese dauerte bis zum Jahre 1991 in dem es dem Land gelang, seine Freiheit und Unabhängigkeit zurückzugewinnen. 


Die Ostsee vereinigt mehrere Jahrhunderte die an der Küste seßhaften Einwohner. Im Altertum kreuzten sich hier die Wege von Slawen, Wikingern und Seeräubern. Die baltischen Länder erstarkten und wurden reicher nicht nur durch den Warenhandel sonder auch durch Kulturaustausch. Hanse war eine Handels- und politische Organisation aus Städten von Norddeutschland, Preußen und Livland (von 13. Jh. bis 1669). Im Mittelalter hat sie ihren Einfluss im Ostsee-Gebiet jahrhundertelang behalten. Im 15. Jh. gehörte zu diesem Bund 160 Städte und 10 Länder. Die Hansestädte wie Danzig, Königsberg, Riga haben die engen Kontakte mit Litauen gepflegt.
Auf Grund der ständig wechselnden Geschichte, der immer wieder erfolgten Angliederung an Russland bzw. an die Sowjetunion wird es von den Westeuropäern aber zu Osteuropa gerechnet. Trotz dieser immer wieder erfolgten Angliederung ist Litauen, gemessen an seiner gesellschaftspolitischen Entwicklung, mehr den Mitteleuropäern als den slawischen Nachbarn zuzurechnen. 



Die Balten, ein indogermanischer Sprachstamm, bildeten sich bereits gegen Ende des 3. Jahrhundert vor Christi heraus, sie siedelten sich schon recht früh zwischen Weichsel und Dneper sowie Oka an. Im 1. Jahrhundert nach Christi eroberten slawische Stämme große Teile des baltischen Territorium und assimilierten die östlichen Balten. Bereits im Mittelalter bildeten sich dann Volksstämme wie Litauer, Liven, Žiemgallen, Kuren, Jotwinger, Prussen und Letten heraus. Die Territorien der Prussen, Kuren, und Jotwinger wurden später vom Deutschen Ritterorden erobert und assimiliert, nur die Letten und Litauer konnte sich bis heute behaupten. Man vermutet, dass sich die ursprünglich Gemeinsamkeit in der Zeit zwischen dem 5. bis 7. Jahrhundert nach Christi trennte, sich eigenständische Sprachen und Nationalitäten entwickelten. Wenn es auch historisch falsch ist, wird der Einfachheit halber, im alltäglichen Sprachgebrauch, Estland ebenfalls zu den baltischen Staaten gerechnet. Aber sie sind der finnisch-ugrischen Sprachgemeinschaft zuzurechnen und sie betrachten sich selbst mehr mit den Finnen verwandt als den Letten und Litauern. 



Als Folge des Hitler-Stalin-Paktes besetzen sowjetische Truppen 15.06.1940 das Land. Litauen wird auf der Grundlage des Hitler-Stalin-Paktes "Litauische Sozialistische Sowjetrepublik". Mit dem Ultimatum vom 14.07.1940 verlor Litauen seine Souveränität vollständig an die Sowjetunion. 1941 bis 1945 erfolgte die deutsche Okkupation und der Massenmord an Hebräern und Litauern jüdischen Glaubens. - Eine Schande für das deutsche und das litauische Volk. Mit dem sowjetischen Sieg über die deutschen Truppen wurde auch Ostpreußen zerschlagen. Der Bereich um Königsberg bis Tilsit wurde russisches Sondergebiet, der restliche Teil (Memelland) fiel wieder an Litauen, ein Teil des ehemaligen Litauen fiel an Polen. Mit diesen veränderten Grenzen wurde Litauen wieder in die Sowjetunion eingegliedert.1944 bis 1953 folgten Massendeportationen von Litauern, Repressalien gegen das Litauische Volk, aber auch bewaffneter Kampf gegen das Sowjetregime. Litauen wurde zur verlängerten Werkbank für den Wohnungsbau und für die russische Militärindustrie. Auch in den Jahren nach 1953 wurden noch viele Litauer nach Sibirien verbannt, das Wort "Sabotage" genügte, nur wenige kamen lebend zurück. In den 1980 Jahren entsteht die "Bewegung für die Perestrojka" (Sajudis), die für Demokratie und nationale Autonomie eintritt.
 
Während der Perestrojka, 1988-1992, sang man bei nationalen Versammlungen und friedlichen Demonstrationen (insbesondere in Litauen, Vingio parkas, Kalnu parkas etc.). Hunderttausende Leute versammelten sich auf öffentlichen Plätzen und in Stadien, um ihre Bestrebungen zu verkünden und ihre Meinung über die sowjetische Okkupation zu äußern. Man sang insbesondere traditionelle Volkslieder, die das Volk ideell und emotional vereinigten und somit von der gemeinsamen kulturellenErfahrung und Vergangenheit zeugten.
       Im Januar 1991 wollte die Sowjetunion die abtrünnige Baltenrepublik Litauen zwingen, ihre Unabhängigkeitserklärung zurückzunehmen. Zehntausende stellten sich unbewaffnet sowjetischen Panzern entgegen. 15 Menschen starben, aber der Sturm auf das Parlament konnte verhindert werden. Es war der Anfang vom Ende der Sowjetunion. 


Die Panzer sollten den Freiheitsdrang der Balten brechen. Sowjetische Spezialeinheiten nahmen die Medienzentren ein, rückten gegen das Parlament vor. Dort verschanzten sich die Abgeordneten um Parlamentspräsident Vytautas Landsbergis, der in der international noch nicht anerkannten Republik Litauen die Rolle des Staatsoberhauptes innehatte. Völlig überraschend machten die Panzer in letzter Minute kehrt. Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hatte den Litauern ein Ultimatum gestellt; sie sollten ihre ein Jahr zuvor ausgerufene Unabhängigkeit zurückziehen. Fallschirmjäger waren nach Vilnius verlegt worden.

Eine von Moskau verhängte Wirtschaftsblockade trieb die Preise in dem von Rohstoffen abhängigen Litauen hoch, KGB-Provokateure schürten die Unzufriedenheit darüber. Als sich der Sturm auf das Parlament abzeichnete, bat Landsbergis im Fernsehen seine Landsleute um Schutz. 30.000 kamen und verdrängten die vom KGB bestellten Demonstranten. Tausende Litauer bewachten Tag und Nacht das Parlament, um einen neuen Angriff zu verhindern – notfalls, schworen sie, auch mit ihrem Leben. Im tief katholischen Litauen war ein Priester zur Stelle, der ihnen sicherheitshalber die Beichte abnahm.

 Zu dem befürchteten Blutvergießen kam es nicht am Parlament, sondern am Fernsehturm. In dichten Reihen standen Menschen untergehakt um das Sendezentrum des Fernsehens. Panzer schossen über die Menge hinweg. Soldaten warfen Sprengstoff, schlugen mit Gewehrkolben und Eisenstäben auf die Unbewaffneten ein, schossen schließlich aus Maschinengewehren in die Menge. Dann brach die Übertragung ab, danach ging ein sowjetisches auf Sendung. Aus einem Notstudio im Parlament gelang es Landsbergis jedoch, erneut seine Landsleute um Hilfe zu bitten. 150 000 scharten sich um das Gebäude, errichteten provisorische Panzersperren. Es ist ihr Verdienst, das der Sturm auf das Parlament ausblieb.

Es dauerte, bis der Westen trotz seiner Verehrung für den Glasnost-Helden Gorbatschow die Vorgänge wahrnahm und darüber berichtete. Der beginnende erste Golf-Krieg gegen Irak dominierte die Nachrichten. Der damalige Präsident der Russischen Republik, Boris Jelzin, verurteilte die Aktion der sowjetischen Führung. Es gab Kundgebungen für das freie Litauen in der Sowjetunion, Solidaritätsadressen aus dem Westen. „Gorbi“ war nicht mehr unantastbar, die UdSSR am Ende. Knapp ein Jahr später beschlossen die letzten drei in der Union verbliebenen Republiken Russland, Weißrussland und Ukraine die Auflösung der Union. Am 1.1.1992 war die Sowjetunion und ihre letzter Präsident, Michail Gorbatschow, nur noch Geschichte.

Die Litauer hatten den Anfang gemacht und zahlten bitter dafür. 15 Menschen kamen im Januar 1991 ums Leben, durch Schussverletzungen oder Ketten der Panzer. 174 Verletzte gab es offiziell, tatsächlich könnten es bis zu 600 gewesen sein; viele wagten sich aus Angst vor der Rache Moskaus nicht in die staatlichen Krankenhäuser.
 
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Der entscheidende Tag, der 13. Januar 1991, ist heute litauischer Nationalfeiertag. Es gibt Konzerte, Gottesdienste, Reden und eine Live-Übertragung aus dem Parlament wie während der Belagerung durch die Panzer. 15 Jahre nach dem „Blutsonntag von Vilnius“ brennen die ganze Nacht lang Feuer in der Stadt, an denen sich die Menschen wärmen können, die wie damals singend auf dem Platz vor dem Parlament, am Fernsehturm, vor dem Rathaus ausharren. Die „singende Revolution“ haben Nostalgiker den Wandel im Baltikum getauft, weil dieser Ende der 80er Jahre mit Folklorefesten begann. Es ist kein hohler Staatsakt in der immer noch jungen Republik:Die Leute werden da hingehen, die Erinnerung lebt...
 
Seit dem 11. März 1990 ist Litauen wieder unabhängig von Russland bzw. der Sowjetunion. Es gab nur zwei politische Alternativen zum heutigen Tag. Entweder zurück in das russische Reich bzw. die Sowjetunion oder der Beitritt zur EU. Litauen entschied sich für die EU und ist seit 01.05.2004 Vollmitglied.
 
Die Botschaften in Bonn und Vilnius nahmen am 23. August 1991 wieder ihre Tätigkeiten auf.
 
Für 01.01.2007 ist der Beitritt zur Euro-Zone geplant, allerdings wegen leicht überhöhter Inflationsrate unsicher.
Litauen bringt aber auch Eigenes in die EU ein; neben seiner Kultur und spezifischen historischen Erfahrung sind dies vor allem auch besondere Kenntnisse der "neuen Nachbarn" der EU in Osteuropa.

Der Baltische Weg


  
Bis Beitritt in EU: einige Daten 
 
 
 
11.03.1990
 
Wiedererlangung der Unabhängigkeit
17.09.1991
 
Beitritt zu den vereinten Nationen
14.02.1993
 
Wahl von Algirdas Brazauskas zum ersten frei gewählten Präsidenteen Litauens
31.08.1993
 
Abzug der letzten russischen Truppen
04.01.1994
 
Antrag Litauens als erster baltischer Staat auf NATO-Mitgliedschaft
12.06.1995
 
Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU (01.02.1998 in Kraft)
08.12.1995/11.12.1995
 
 EU-Beitrittsantrag (Bewerbung um EU-Mitgliedschaft)
04.01.1998
 
Wahl von Valdas Adamkus (einem ehemaligen hohen Beamten der US-Umweltbehörde) zum Staatspräsidenten.
01.02.1998
 
Assoziierte Mitgliedschaft in der EU
Dezember 1999
 
Einladung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU
Februar 2000
 
Aufnahme der Beitrittsverhandlungen
9. 10. 2002
 
Empfehlung der EU-Kommission die Beitrittsverahndlungen abzuschließen
12./13.12.2002
 
EU - Beschluss des Aufnahmetermins zum 01.05.2004
05.01.2003
 
Wahl von Rolandas Paksas zum neuen Präsidenten Litauens
Absetzung im Jahre 2004 wegen Verfassungsbruch, Amtsmissbrauch und Gefährdung der nationalen Sicherheit. Interimspräsident bis zur Neuwahl: Arturas Paulauskas
23.01.2003
 
das litauische Parlament stimmte dem Beschlussentwurf, für die Anberaumung des Referendums über den EU-Beitritt Litauens am 11. Mai 2003 zu.
16.04.2003
 
EU-Beitrittsvertrag in Athen unterzeichnet
11.05.2003
 
Beitrittsreferendum in Litauen; die mehrheit der Wähler entschied sich für den Beitritt.
02.04. 2004                        Beitritt in NATO
01.05.2004                         Beitritt in EU
 13.06.2004                        Litauen nimmt an der Europawahl teil                  
27.06.2004                         Wahl des litauischen Präsidenten (wegen der fehlenden absoluten Mehrheit wird eine Stichwahl notwendig) Altpräsident Valdas Adamkus gewann die Stichwahl mit 51,63%
19.09.2004                          Parlamentswahlen in Litauen
 
 



Der große Rest des Landes hat seinem am 1. Mai 2004 vollzogenen EU-Beitritt schon im Mai 2003  bei der Abstimmung vor allem zu über 90 Prozent mit „Ja“ von über 63% zugestimmt, weil sie sich von der EU einen höheren Lebensstandard erhoffen.Dieses überzeugende Votum und die Verwirklichung der EU-Mitgliedschaft sowie die Ratifizierung der EU-Verfassung am 11.11.2004 als erster EU-Mitgliedsstaat überhaupt sind der krönende Abschluss eines Prozesses, der mit dem Beitrittsantrag  vom 11.12.1995 begonnen hatte. Ebenso wie Litauern  den derzeitigen Präsidenten Rolandas Paksas gewählt haben, der ihnen große Versprechungen gemacht hat und den die Eliten der Hauptstadt nun mit einem Amtsenthebungsverfahren wieder los werden wollen.
   Was die Folgen des EU-Beitritts betreffe, sei die Unwissenheit riesig. Vor allem auf dem Land:
 
  
Während sich die Städte bereits auf den Weg in den Westen gemacht haben, ist in den Dörfern die Zeit stehen geblieben. Das ist idyllisch für alle durchreisenden Touristen, die Sandwege ohne Kanalisation und Storchennester auf Hausdächern nur aus den Büchern kennen. Andererseits bedeutet es noch viel Arbeit für die EU und ihre Alt-Mitglieder, wenn Litauen ein  gleich berechtigter Teil Europas werden soll..
     Litauen wollte am diesen Tag das hellste Volk Europas sein. Wenn auch nur für fünf Minuten. Und wenn auch nur, was die  Wattzahl angeht. Am 30. April 2004, um genau 21.40 Uhr, waren in ganz Litauen sämtliche Lichter angehen, zu Hause, in den   Büros, auf den Straßen. Auf diese Art und Weise wollte das kleine Land seinen Beitritt zur Europäischen Union begehen.

     Während dieses kurzen Zeitraums sollte die baltische Republik vom All aus zu sehen sein. Das Ganze war per Satelliten-Foto dokumentiert. „Mit der Aktion wollen wir das Land Litauen bekannter machen, die litauische Bevölkerung einen und auf wirklich  eindrückliche Weise diesen historischen Schritt feiern“, heißte es in einem Fernseh-Spot zur Licht-Aktion. Damit es nicht an der   technischen Ausstattung scheitert, könnten sich die Litauer sogar mit kostenlosen Glühbirnen eindecken. 
 

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